8'903 Thurgauische Gemeinnützige Gesellschaft (1821-), 1821-1950 (Hauptfonds)

Archive plan context

 

Identifikation

Signatur:8'903
Signatur Archivplan:8'903
Titel:Thurgauische Gemeinnützige Gesellschaft (1821-)
Entstehungszeitraum:1821 - 1950
Entstehungszeitraum, Streudaten:1821 - 1958
Verzeichnungsstufe:Hauptfonds
 

Umfang

Anzahl Einheiten:46
Archivalienart:überwiegend lose Papierakten und Broschüren
 

Kontext

Provenienz:Thurgauische Gemeinnützige Gesellschaft
Verwaltungsgeschichte:Allgemeines

Die Feststellung, dass die Thurgauische Gemeinnützige Gesellschaft an der Wiege praktisch aller wichtigen sozialen Institutionen und Bestrebungen des Kantons Thurgau stand, ist in der Thurgauer Geschichtsschreibung nachgerade zum Gemeinplatz geworden. Doch obwohl alle HistorikerInnen in diesem Urteil einig gehen, war die "Gemeinnützige" nie Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung (die einzige mir bekannte Arbeit, die sich explizit mit der Thurgauischen Gemeinnützigen Gesellschaft befasst, wurde im Dezember 1944 von Margrit Schatzmann verfasst; vgl. 8'903, 7/54). Statt mit Quellen aus dem Archiv der Gemeinnützigen Gesellschaft zu arbeiten, begnügte man sich damit, ihre oft ungenauen Denkschriften immer und immer wieder zu kolportieren - und schmälerte damit im Grunde genommen die tatsächliche Bedeutung ihrer Leistungen. Dabei gäbe es im vorliegenden Bestand zahlreiche Schätze zu heben, die noch ihrer SucherInnen harren ...
Die Gründung der Thurgauischen Gemeinnützigen Gesellschaft fiel in eine für den jungen Kanton schwierige Zeit. Nach den Jahren der Besetzung durch fremde Truppen und der Missernte von 1799 waren die Staatskasse leer und weite Kreise der Bevölkerung verarmt. Von den damals 70'000 bis 80'000 EinwohnerInnen wurden etwa 15 Prozent als Arme mit oder ohne Verdienst eingeschätzt; das Bettelwesen griff um sich. Hinzu kam, dass der Agrarkanton Thurgau - die Industrialisierung hatte während der Napoleonischen Ära gerade eben eingesetzt - eine unterentwickelte Landwirtschaft aufwies. Obwohl es Bemühungen zur Intensivierung der Landwirtschaft gab, kam es immer wieder zu Missernten, und die Kartoffel setzte sich als Volksnahrungsmittel im Thurgau erst nach den schlimmen Hungerjahren 1816/17 durch.
Auch das Fabrikwesen bereitete der Regierung Kopfzerbrechen. Arbeitszeiten von 14 bis 16 Stunden bei geringem Lohn, häufige Stellenwechsel und Frauen- und Kinderarbeit führten dazu, dass sich das Familienleben der ArbeiterInnen lockerte und in einigen Zentren des Kantons eine Art Proletariat entstand. Trotzdem war die Ansicht weit verbreitet, es sei nicht Aufgabe des Kantons, ins Fabrikwesen und in die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und ArbeitnehmerInnen einzugreifen. Der erste Versuch, das Fabrikwesen durch staatliche Massnahmen zu bändigen, ging denn auch von den Schulen aus: Die Kinder waren durch die Fabrikarbeit so erschöpft, dass der obligatorische Schulunterricht ernstlich darunter litt. Auf Klagen von Pfarrern, Schulvorstehern und Inspektoren hin erliess deshalb 1815 die Regierung eine Fabrikordnung zum Schutz der Kinder.
In diesem schwierigen Umfeld machten sich verschiedene Thurgauer Persönlichkeiten Gedanken darüber, wie diesen Missständen gesteuert und die öffentliche Wohlfahrt gehoben werden könnte. So wurde 1821 schliesslich - nach dem Vorbild der Schweizerischen und anderer kantonaler gemeinnütziger Gesellschaften - die Thurgauische Gemeinnützige Gesellschaft (ThGG) ins Leben gerufen.
Die "Gemeinnützige", wie der Verein umgangssprachlich genannt wird, wurde von ihren Gründern als parastaatliche Organisation konzipiert. Ihre Statuten waren darauf hin angelegt, der Gesellschaft die Funktion eines Think-Tank für den Kanton Thurgau zu geben. Zur praktischen Umsetzung ihrer sozialpolitischen und karitativen Ideen versicherte sich die Gesellschaft einer ausgezeichneten Beziehung zur "Hohen Landesregierung" und deren wohlwollender Unterstützung. Als Bindeglieder zwischen Verein und Regierung dienten einflussreiche Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kirche, Militär und Schule, die als Mitglieder rekrutiert wurden. So lesen sich denn auch die Mitgliederverzeichnisse des 19. Jahrhunderts wie ein Who's who des Kantons Thurgau. Selbstverständlich erleichterte den Einzelnen die Mitgliedschaft in der Gemeinnützigen Gesellschaft auch das eigene politische oder gesellschaftliche Fortkommen.
So verwundert es nicht, dass schon unter den Vereinsgründern zwei Regierungsräte vertreten waren. Die Methode, Regierungsvertreter ins Vereinsleben und in die Vorstandstätigkeit einzubinden, sollte sich als sehr effizient erweisen; sinnigerweise tagte der Vereinsvorstand jeweils sogar im Regierungsgebäude (vgl. 8'903, 3/2, S. 186). Hingegen ist es heute oft schwierig bis unmöglich, zu klären, ob eine soziale Institution durch den Kanton oder durch die "Gemeinnützige" gegründet wurde. Auch Emil Hasenfratz (vgl. Literatur) bezeichnet verschiedene Institutionen irreführend als "unsere Schöpfungen". Tatsächlich von der ThGG getragen waren nur die im gleichnamigen Fonds aufgeführten Institutionen (8'903, 3/86-3/201); die übrigen waren wohl durch die ThGG initiiert worden, wurden dann aber von eigenständigen Rechtssubjekten geführt. So bekannte denn auch 1930 der damalige Präsident, Pfarrer Albert Etter, in einem Brief (8'903, 3/16, Brief vom 1. Dez. 1930): "Bernrain gehört nicht unserer Gesellschaft, ist aber auch keine staatliche Anstalt. Es ist immer noch nicht erledigt, wer eigentlich Eigentümer ist."

Historischer Abriss

Die Geschichte der "Gemeinnützigen" lässt sich in drei Perioden unterteilen. Die erste war von einer begeisterten Aufbruchstimmung und einem kreativen Sprudeln des Think-Tank geprägt. Man debattierte lebhaft über sozialpolitische Ideen, schmiedete Pläne und nahm zahlreiche Projekte in Angriff. - Etwa um 1850/1860 war dann aber ein Wendepunkt erreicht; man wurde gewahr, dass der Gesellschaft "die Objekte für neu zu gründende Institutionen" (vgl. 8'903, 1/16, S. 44-46, § 2) ausgingen: Viele ihrer Gründungen und Bestrebungen waren in staatliche Obhut übergegangen. Entsprechend fragte Johann Kaspar Mörikofer am 27. Oktober 1856: "Da sich unser Arbeitsfeld so geschmälert hat, wie können wir das frühere, freudige Gefühl einer erfolgreichen Tätigkeit neu beleben?" (8'903, 1/16, S. 45, § 2). Schliesslich erkannte der Vorstand, dass es nicht mehr so sehr darauf ankam, ständig neue Institutionen ins Leben zu rufen, "gleichsam mit dem Staat zu rivalisieren und sich dadurch Glanz und Ansehen zu erwerben" (Johann Kaspar Mörikofer, 9. Mai 1859; vgl. 8'903, 1/47 und 1/17, S. 24, § 2), sondern das Bestehende am Leben zu erhalten. Die mit dieser Feststellung eingeläutete zweite Phase der Konsolidierung dauerte von den 1850er- bis in die 1870er-Jahre. Die dritte Periode reicht von den 1870er-Jahren bis in die Gegenwart: Die ehrenamtliche Vereinsarbeit wurde von den Mitgliedern zunehmend als Belastung empfunden. Fragen der Spesenentschädigung rückten in den Vordergrund, Mitgliederversammlungen wurden seltener durchgeführt, und in die Verwaltung der vereinseigenen Institutionen kehrte Routine ein. Nach und nach entledigte sich der Verein der meisten seiner Sozialwerke und verlegte sich darauf, das beträchtliche Vereinsvermögen, das durch zahlreiche Legate und Fonds geäufnet worden war, zu verwalten. Zahllose Gesuchsteller - bedürftige Personen u
nd Organisationen - kamen in den Genuss finanzieller Beiträge. - Heute ist die Gemeinnützige Gesellschaft, abgesehen von ihrem Vermögen, noch im Besitz eines Altersheims in Hauptwil und eines Sonderschulheims in Mauren.
Es würde zu weit führen, an dieser Stelle die Geschichte der "Gemeinnützigen" detailliert nachzuzeichnen; statt dessen sei in erster Linie auf die detaillierten, stellenweise fehlerhaften Übersichten Christingers und Etters, die ausgezeichnete Kurzdarstellung Düsslis und die unveröffentlichte Arbeit Schatzmanns verwiesen (vgl. Literaturliste).
Als Orientierungshilfe soll hier aber eine Auswahl wichtiger Eckdaten aufgeführt werden. Bei den "Postulaten" handelt es sich jeweils um die erstmalige Erörterung einer Thematik, die ihrerseits die Mitglieder oft über Jahre hinweg weiter beschäftigen konnte. Gründungsdaten von selbstständigen Institutionen, die nicht von der Gemeinnützigen Gesellschaft getragen wurden, werden nicht erwähnt.
Datum: Institution/Betreff, Vorgang

1821 Jan. 29: ThGG, Gründungsversammlung
1821 Aug. 21: ThGG, Gründungsstatuten; Bereinigung
1821 Aug. 24: ThGG, Statuten; Zustimmung der Regierung
1821 Okt. 15: ThGG, Offizielle Eröffnung ("Weihe")
1822: Thurg. Ersparniskasse, Gründung
1822: Neujahrblätter der ThGG, Postulat
1823: Kantonsspital, Postulat
1826: Kantonsschule, Postulat
1826: Lehrerseminar, Postulat
1826: Kreditwesen, Erörterung
1826: Hagelversicherung, Postulat
1828: Witwen-, Waisen- und Alterskasse für Lehrer, Postulat
1829: Erhebung einer Armenstatistik, Plan
1829: Erweiterung des öffentlichen Unterrichts, Postulat
1830: Schutzaufsichtsverein für entlassene Sträflinge, Postulat
1831: Leinwand- und Weinbau, Erörterung
1831: Leihkassen für Viehbesitzer, Postulat
1832: Most-/Weinproduktion, Kartoffelanbau, Erörterung
1834: Seidenbau, Postulat
1834: Periodische Industrieausstellungen, Postulat
1834: Armengesetzgebung, Erörterung
1835: Förderung des Handwerkerstands, Postulat
1837: Landwirtschaftsschule, Postulat
1837: Einbürgerung Heimatloser , Postulat
1841: Pisébau, Erörterung
1841: Armenschule, Postulat
1842: Handel, Gewerbe und Handwerk, Erörterung
1844: Sonntagsschulen für Handwerkerlehrlinge, Postulat
1845: Landwirtschaftliches Fest in Bürglen, Plan
1848: Korrektionsanstalt für liederliche Arme, Postulat
1849: Erleichterte Darlehensabschlüsse, Hypothekenbank, Postulat
1851: Unterdrückung des Gassenbettels, Postulat
1852: Thurg. Ersparniskasse, Übernahme durch die Hypothekenbank
1852: Revision des Armengesetzes, Postulat
1853: Freiwillige Armenunterstützungsvereine, Postulat
1853: Tierschutz, Postulat
1854: Industrieförderung, Postulat
1856: Fürsorge für entlassene Sträflinge, Postulat
1858: Historischer Verein, Postulat
1858: Förderung von Volksbibliotheken, Postulat
1858: Kantonales Museum, Postulat
1860: Gesindeordnung, Postulat
1863: Revision des Fabrikgesetzes, Postulat
1865: Zulassung von Lehrerinnen, Postulat
1865: Todesstrafe, Erörterung
1869: Verein für genesende Gemütskranke, Postulat
1871: Berufsbildung der Frauen, Erörterung
1871: Thurg. Krankenkasse, Postulat
1881: Alkoholabstinenz, Postulat
1882: Armenerziehungsverein, Postulat
1887: Naturalverpflegung armer Reisender, Postulat
1891: Haushaltungsschule in Neukirch an der Thur, Eröffnung
1892: Schutz und Förderung von Handwerkerlehrlingen, Postulat
1895: Erziehungsanstalt für schwachsinnige Kinder Mauren , Eröffnung
1896: Lungenkrankheiten, Erörterung
1898: Lungensanatorium Braunwald, Vertrag zur Mitbenützung
1899: Zentralstelle zur Versorgung von erwachsenen Armen, Postulat
1911: Thurg. Frauenerholungsheim Bischofszell, Eröffnung
1917: Amtsvormundschaft, Postulat
1919: Bedingter Straferlass, Postulat
1920: Ferien- und Altersheim Hauptwil , Eröffnung
1922: Thurg.-Schaffhausische Heilstätte Davos, Vertrag
Vereinsstruktur

Die Thurgauische Gemeinnützige Gesellschaft wurde 1821 als Verein gegründet. Deren oberstes Organ ist mithin die regelmässig einberufene Mitgliederversammlung ("Verhandlung"), die mit Mehrheitsbeschluss sowohl die Statuten - die "Verfassung" - ändern als auch den Verein auflösen kann. Ausserdem beschliesst die Mitgliederversammlung über Vorhaben und Tätigkeiten des Vereins und wählt aus dem Kreis der Mitglieder die übrigen Vereinsorgane.
"Exekutive" der ThGG ist der Vereinsvorstand, der lange als "Direktionskommission" bezeichnet wurde. Er besteht aus für drei Jahre gewählten Mitgliedern: Präsident, Vizepräsident, Kassier, Aktuare, Beisitzer. Sie vertreten den Verein nach aussen, besorgen die Vereinsgeschäfte und führen die von der Mitgliederversammlung gefassten Beschlüsse aus. Der Versammlung gegenüber ist der Vorstand rechenschaftspflichtig. Der Vorstand trifft sich monatlich, um die laufenden Vereinsgeschäfte zu besorgen. Beschlüsse innerhalb des Kollegiums werden mit einfachem Mehr gefasst.
In den ersten Statuten war von einem eigentlichen Vorstand noch nicht die Rede. Oberster Funktionär war der Präsident; ihm oblag die gesamte Vereinsleitung und Geschäftsführung sowie die Ausführung der Mitgliederbeschlüsse; ein Vizepräsident und zwei Aktuare waren ihm beigestellt. Schon am 16. Mai 1825 wurden aber die Statuten revidiert und die 4- bis 8-köpfige (ab 8. Mai 1854 7- bis 9-köpfige) Direktionskommission installiert - vermutlich, weil der Präsident der Arbeitslast nicht mehr gewachsen war (vgl. Dossier 1/0, S. 34, § 10).
Die Statutenrevision vom 16. Mai 1825 brachte dem Vorstand die Möglichkeit, Nebenkommissionen einzusetzen. In den Statuten von 1854 (§ 13) werden mögliche Arbeitsfelder für diese "speziellen Sektionen" genannt: Armenwesen, Erziehungswesen, Gewerbewesen, Errichtung und Leitung gemeinnütziger Anstalten usw. Die Nebenkommissionen geben sich ihre Statuten selbst und werden durch die Direktionskommission finanziell unterstützt, sind aber den Mitgliedern der "Gemeinnützigen" rechenschaftspflichtig. - Im Zusammenhang mit diesen Nebenkommissionen sei auf eine begriffliche Un
schärfe hingewiesen: Einerseits erfüllen sie laut Statuten der Gemeinnützigen Gesellschaft die Funktion von Vereinsorganen. Anderseits nehmen die Nebenkommissionen, die im Vereinsalltag kaum je in Erscheinung treten, den Charakter selbstständiger Vereine an: Sie geben sich selbst Statuten, tragen eine Institution oder verfolgen ein wohltätiges Ziel und führen ein selbstständiges Leben. Es ist in der Regel schwierig festzustellen, wann eine Nebenkommission als Organ der "Gemeinnützigen" entsteht und wann sie ihr entwächst, um auf eigenen Füssen zu stehen - zumal sie finanzielle Zuwendungen der "Gemeinnützigen" erhält und ihr deshalb rechenschaftspflichtig bleibt. - Die Ausnahme, die die Regel bestätigt, ist die "Weinbau-Verbesserungskommission". Sie wird am 14. Sept. 1832 eingesetzt und legt der Mitgliederversammlung mehrere Jahresberichte vor. Als dann aber um 1838/1839 andere Themen wichtiger werden, entschläft sie sanft - ohne je offiziell aufgelöst zu werden ...
Vereinsleben

Das eigentliche Vereinsleben fand im Rahmen der Mitgliederversammlungen statt, die bis am 31. Mai 1875 zweimal, danach einmal im Jahr einberufen wurden. - Wie hat man sich eine Mitgliederversammlung der Gemeinnützigen Gesellschaft vorzustellen? Die Reihenfolge der Traktanden konnte variieren, insgesamt blieben aber bis 1950 (allerdings in zunehmend vereinfachter Form) dieselben Elemente vertreten:

- Eröffnungsrede des Präsidenten
- Genehmigung des Protokolls der vorangegangenen Mitgliederversammlung
- Namensaufruf (Appell)
- Abnahme der Jahresrechnung(en)
- Verschiedene Mitteilungen
- Referate über diverse Themen, oft gefolgt von einer lebhaften Debatte und einem Beschluss über das weitere Vorgehen
- Wahl der Vorstandsmitglieder (alle drei Jahre)
- Aufnahme neuer Vereinsmitglieder (die ThGG war bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine reine Männergesellschaft)
- Bestimmung des nächsten Versammlungsorts

Zum eigentlichen "Kerngeschäft" der Gemeinnützigen Gesellschaft gehörten die Referate, die Produktion und Diskussion sozialpolitischer und karitativer Ideen und Konzepte. Da sie im Vereinsleben einen grossen Stellenwert besassen, kam schon bald das Bedürfnis auf, die der Versammlung vorgetragenen Referate und Berichte auch den übrigen Vereinsmitgliedern zur Kenntnis zu bringen. Ab 1836 geschah dies durch den Versand der gedruckten Verhandlungsprotokolle, in deren Anhang sich ausgewählte Abhandlungen befanden. Vor 1836 wurden Abschriften der Texte "in den Zirkel" gesetzt. "Für eine sichere Zirkulation der Gesellschaftsschriften" wurde ein Kontrollsystem eingeführt, das eine zügige Verbreitung der Zirkulare garantierte: Den Zirkularen wurde eine Kontrollliste beigelegt, in der eingetragen wurde, wie lange sich die Abschrift beim jeweiligen Mitglied befand, und der die Adresse des Folgeempfängers zu entnehmen war (vgl. 8'903, 1/0, S. 38, § 9, und 8'903, 4/5-4/6) - ein System, wie es in Lesezirkeln durchaus üblich war (vgl. z. B. auch StATG 8'912, Abt. 7). Nach
der Zirkulation wurden die Schriften in einem Archivschrank abgelegt.
Wie wurden neue Mitglieder gewonnen? Im 19. Jahrhundert konnten neue Mitglieder durchaus ohne eigenes Zutun auf einer Versammlung vorgeschlagen, sogleich in die "Gemeinnützige" aufgenommen werden und erst im Nachhinein von der ihnen angetanen "Ehre", die sie nur schlecht ablehnen konnten, erfahren. Da sich trotzdem einzelne Persönlichkeiten gegen ihre "Zwangsrekrutierung" wehrten, beschloss die Mitgliederversammlung 1831, "dass diejenigen, welche neue Mitglieder anempfohlen haben, im Fall diese die Ernennung zurück weisen, für sie einen Jahresbeitrag an die Kassa zu zahlen verpflichtet seien" - wohl um weiteren Peinlichkeiten vorzubeugen ... (vgl. 8'903, 1/0, S. 87, § 13; im gleichen Sinn S. 53, § 4).
Die Mitglieder pflegten im gegenseitigen Umgang eine gewisse Bescheidenheit und statutarisch festgeschriebene Formlosigkeit (vgl. 8'903, 0/2, § 25), was zwar einem Vertreter des Gemeinnutzes gut anstand, aber auch dazu führte, dass viele Abhandlungen und Zirkulare aus lauter Bescheidenheit nicht signiert oder datiert wurden. Das macht die Arbeit mit diesem Bestand gewiss interessanter, aber nicht einfacher ...
Schon früh begannen die Mitglieder der Gesellschaft die eigene Vereinsvergangenheit zu zelebrieren, indem ab dem 16. Mai 1825 sporadisch auf die früheren "Bestrebungen und Taten" zurückgeblickt und die Wichtigkeit des Erreichten - und damit des Vereins selbst - unterstrichen wurde. Ebenfalls am 16. Mai 1825 wurden erstmals Nekrologe über verstorbene Mitglieder vorgetragen. Dies alles trug zu einem Zusammengehörigkeitsgefühl bei und erzeugte, modern ausgedrückt, die für ein so gross angelegtes Unternehmen unabdingbare Corporate Identity.Ein wichtiges Hauptanliegen der "Gemeinnützigen" war die Herausgabe des Thurgauischen Neujahrblattes, einer am 4. Nov. 1822 durch Jakob Christoph Scherb vorgeschlagenen Publikationsreihe für die Thurgauer Jugend. Von 1824 bis 1860 erschienen 24 Ausgaben (Johann Jakob Christinger behauptet in 8'903, 1/22, S. 8, irreführend, es seien 25 Ausgaben erschienen; vgl. 8'903, 6/0-6/23), enthaltend u. a. die Geschichten der Bezirkshauptorte und anderer Thurgauer Ortschaften sowie volkstümliche Biografien bedeutender Thurgauer. Die Neujahrblätter wurden jedoch nie richtig populär; ihre Rezeption durch die Leserschaft und ihre Bedeutung für die Bildung eines kantonalen Gemeinschaftsgefühls ist bis heute weitgehend unerforscht geblieben (vgl. Hans Ulrich Wepfer: Johann Adam Pupikofer. In: TB 106 (1969), S. 44-47).
Sehr oft führten Vortrag und Diskussion einer Abhandlung zum Wunsch der Mitglieder, die vorgeschlagenen Ideen praktisch umzusetzen. Damit wurde die Direktionskommission beauftragt. Von den Vorstandssitzungen legen die unvollständig erhaltenen Protokolle der Direktionskommission (Dossiers 3/0-3/2) Zeugnis ab. Der Vorstand stand in fast ständigem Kontakt mit der Thurgauer Regierung, die die Vorschläge und Anregungen der "Gemeinnützigen" zumeis
t wohlwollend aufnahm und deren Realisierung unterstützte. Versagte sie diese Unterstützung dennoch, so meist aus finanziellen Gründen - wobei die Gemeinnützige Gesellschaft dann oft selbst in die Bresche sprang und das finanzielle Risiko allein trug. (Im Fall der Gründung der Thurgauischen Hypothekenbank nahmen es die Vorstandsmitglieder sogar auf sich, das beträchtliche Risiko persönlich zu tragen.)
Im Verhältnis zur Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft betonten die Mitglieder von Anfang an die vollständige Unabhängigkeit der Thurgauischen Gemeinnützigen Gesellschaft. Die Schweizerische Gesellschaft wurde nie als Dachverband, sondern stets als Schwestergesellschaft betrachtet, deren Anregungen und Empfehlungen nicht vorbehaltlos aufgegriffen wurden.

Gründungsmitglieder

Gründungsort: Stift Kreuzlingen, 29. Jan. 1821

- Johann Joachim Reinhart (1780-1829), Frauenfeld, Regierungsrat 1811-1822, Oberamtmann des Bezirks Weinfelden und Amtsgerichtspräsident 1822-1829; vgl. HLS
- Johann Ulrich Zwingli (1763-1831), evang. Pfarrer in Lustdorf 1802-1831; vgl. Sulzberger, S. 8 und 39
- Meinrad Kerler (1778-1830), Augustiner, Kapitular in Kreuzlingen; vgl. Weinmann, S. 14, HLS und 8'903, 1/95
- Lorenz Keller (1773-1855), Augustiner, Stiftsdekan in Kreuzlingen, nach Aufhebung des Stifts kath. Pfarrer in Konstanz, Reichenau und 1851-1855 Ermatingen; vgl. StATG MF 95 87 48, KKG Ermatingen, Totenregister 1837-1875
- Johann Konrad Widmer (1790-1835), evang. Pfarrer in Bussnang 1813-1835; vgl. Sulzberger, S. 32
- Johann Jakob Fehr (1790-1858), evang. Pfarrer in Frauenfeld 1818-1858; vgl. Sulzberger, S. 8
- Johann Jakob Heidegger, evang. Pfarrer, Roggwil; (1791-1853), Pfarrer in Roggwil 1815-1853; vgl. Sulzberger, S. 205
- Johann Georg Wirth (1785-1869), evang. Pfarrer in Egnach 1817-1824; vgl. Vögeli, Alfred: Die evangelische Kirchgemeinde Egnach. Zum Kirchenjubiläum 1727-1977, Egnach: 1977, S. 210-212
- Johann Konrad Freyenmuth (1775-1843), Frauenfeld, Regierungsrat 1804-1833, Staatskassier ab 1833; vgl. HLS
- Johann Konrad Ammann (1791-1871), evang. Pfarrer in Scherzingen, Sulgen und Hüttlingen; vgl. Sulzberger S. 29, 185-186 und 237 (mit widersprüchlichen Angaben).
Präsidenten

- 15. Okt. 1821 - 11. Okt. 1824: Johann Joachim Reinhart, Regierungsrat, Frauenfeld
- 11. Okt. 1824 - 24. Sept. 1827: Jakob Christoph Scherb (1771-1848), Bischofszell, Arzt, Präsident des Bezirksgerichts Bischofszell 1826-1840; vgl. HBLS 6, S. 161, und StATG 3'28'1-2
- 24. Sept. 1827 - 27. Sept. 1830: Heinrich Hirzel (1783-1860), Frauenfeld, Regierungsrat 1822-1830; vgl. HBLS 4, S. 234, Nr. 74, und HLS
- 27. Sept. 1830 - 30. Sept. 1833: Jakob Christoph Scherb
- 30. Sept. 1833 - 26. Sept. 1836: Johann Konrad Freyenmuth, Staatskassier, Frauenfeld
- 26. Sept. 1836 - 05. Okt. 1840: Johann Konrad Kern (1808-1888), Frauenfeld, Regierungsrat 1837-1849; vgl. HBLS 4, S. 477, und HLS
- 5. Okt. 1840 - 12. Okt. 1846: Johann Adam Pupikofer (1797-1882), Bischofszell, evang. Theologe und Historiker; vgl. Wepfer, Hans Ulrich: Johann Adam Pupikofer. In: TB 106 (1969), S. 3-203
- 12. Okt. 1846 - 27. Mai 1850: Wilhelm Merk (1791-1853), Frauenfeld, Regierungsrat 1831-1844, Spitalarzt in Münsterlingen 1845-1853; vgl. HLS
- 27. Mai 1850 - 17. Mai 1853: Johann Konrad Kern
- 17. Mai 1853 - 05. Mai 1856: Johann Adam Pupikofer
- 05. Mai 1856 - 09. Mai 1859: Johann Kaspar Mörikofer (1799-1877), Gottlieben, Historiker und Theologe, evang. Pfarrer in Gottlieben 1850-1869; vgl. Greyerz, Theodor: Johann Kaspar Mörikofer. Schulmann, Forscher, Geschichtsschreiber, Frauenfeld: Huber, 1943
- 09. Mai 1859 - 26. Sept. 1859: Augustin Ramsperger (1816-1880), Frauenfeld, Oberrichter 1847-1869; vgl. HLS.
- Ramsperger lehnte die Wahl zum Präsidenten der ThGG nachträglich ab, daher amtierte Johann Ludwig Sulzberger während der Mitgliederversammlung vom 26. Sept. 1859 als Interimspräsident und wurde schliesslich als 3-203
- 12. Okt. 1846 - 27. Mai 1850: Wilhelm Merk (1791-1853), Frauenfeld, Regierungsrat 1831-1844, Spitalarzt in Münsterlingen 1845-1853; vgl. HLS
- 27. Mai 1850 - 17. Mai 1853: Johann Konrad Kern
- 17. Mai 1853 - 05. Mai 1856: Johann Adam Pupikofer
- 05. Mai 1856 - 09. Mai 1859: Johann Kaspar Mörikofer (1799-1877), Gottlieben, Historiker und Theologe, evang. Pfarrer in Gottlieben 1850-1869; vgl. Greyerz, Theodor: Johann Kaspar Mörikofer. Schulmann, Forscher, Geschichtsschreiber, Frauenfeld: Huber, 1943
- 09. Mai 1859 - 26. Sept. 1859: Augustin Ramsperger (1816-1880), Frauenfeld, Oberrichter 1847-1869; vgl. HLS.
- Ramsperger lehnte die Wahl zum Präsidenten der ThGG nachträglich ab, daher amtierte Johann Ludwig Sulzberger während der Mitgliederversammlung vom 26. Sept. 1859 als Interimspräsident und wurde schliesslich als Präsident gewählt.
- 26. Sept. 1859 - 12. Mai 1862: Johann Ludwig Sulzberger (1815-1882), Frauenfeld, Verhörrichter 1845-1869, Regierungsrat 1852-1881; vgl. HLS
- 12. Mai 1862 - 08. Mai 1865: Johann Adam Pupikofer
- 08. Mai 1865 - 04. Juni 1868: Johann Ulrich Rebsamen (1825-1897), Kreuzlingen, Seminardirektor 1854-1897; vgl. HBLS 5, S. 548
- 04. Juni 1868 - 15. Mai 1871: Johann Konrad Haffter (1837-1914), Frauenfeld, Regierungsrat 1869-1893; vgl. HLS
- 15. Mai 1871 - 07. Juni 1880: Johann Jakob Christinger (1836-1910), evang. Pfarrer in Arbon 1870-1874, in Hüttlingen 1875-1910; vgl. HLS und TB 132 (1995), S. 71-80
- 07. Juni 1880 - 25. Juni 1883: Kaspar Melchior Wirth (1812-1886), evang. Pfarrer in Romanshorn 1871-1885; vgl. Wuhrmann, S. 44-45
- 25. Juni 1883 - 21. Juni 1886: Johannes Michel (1831-1894), Neukirch/Egnach, Kantonsrat 1869-1894; vgl. HBLS 5, S. 112, sowie Abl 1869, S. 273, und Abl 1894, S. 581
- 07. Juni 1886 - 26. Nov. 1899: Karl Ulrich Brenner (1832-1899), evang. Pfarrer in Müllheim 1856-1899; vgl. Wuhrmann, S. 38-39 sowie den Nekrolog in 8'903, 1/30, S. 93-104
- 09. Aug. 1900 - 02. Sept. 1907: Johann Jakob Christinger (Vizepräsident, interimistisch im Amt nach Brenners Tod)
- 27. März 1908 - 02. Nov. 1938: Albert Etter (1866-1950), Felben/Frauenfeld, evang. Pfarrer in mehreren Kirchgemeinden; vgl. TJb 1950, S. 60-61 (mit der falschen Angabe, Etter habe der ThGG bis 1942 vorgestanden).
- Vom 2. Sept. 1907 bis zum 27. März 1908 hatte die ThGG keinen Präsidenten; vgl. 8'903, 1/2, S. 96, § 8, und 3/2, S. 186, § 3
- 02. Nov. 1938 - 27. Nov. 1948: Edwin Altwegg (1893-1984), Frauenfeld, Redaktor der Thurgauer Zeitung 1932-1960; vgl. HLS
- 27. Nov. 1948 - 12. Aug. 1973: Arnold Schär (1908-1973), evang. Pfarrer in Neukirch 1935-1973; vgl. TJb 1974, S. 113
- 20. Sept. 1973 -2005: Hans Gossweiler (1922-2005), evang. Pfarrer in Hüttlingen 1946-1991; vgl. Schoop, Thurgau, Registerbd., S. 51, und TVZ vom 29. Dez. 1986, S. 4; zu den Umständen von Hans Gossweilers Wahl ins Präsidentenamt nach Arnold Schärs Tod vgl. Jahresbericht 1973 der ThGG, S. 3.
Bestandsgeschichte:Das Archiv der Thurgauischen Gemeinnützigen Gesellschaft scheint sich seit jeher in diversen Schränken und Gestellen im Staatsarchiv des Kantons Thurgau befunden zu haben. Die Vereinsunterlagen wurden aber nie systematisch archiviert, so dass im vorliegenden Bestand etliche Überlieferungslücken feststellbar sind (vgl. den Brief Johann Jakob Christingers vom 23. Mai 1882 in 8'903, 3/85, sowie 8'903, 3/84, 2/6, S. 7, und RBRR 1962, S. 12).
Die im Staatsarchiv befindlichen, grob geordneten und verzeichneten Archivalien wurden durch Einzelstücke aus dem Arbeitsarchiv der Gemeinnützigen Gesellschaft und aus der Kantonsbibliothek ergänzt und integral neu geordnet. Einige Unterlagen, die nach 1950 entstanden sind, wurden im Zwischenarchiv untergebracht und sind zur Integration in eine nächste Ablieferung der Gemeinnützigen Gesellschaft vorgesehen.
Bei der Erschliessung des Bestands wurde grosser Wert darauf gelegt, die Autoren der oft unsignierten oder undatierten Manuskripte zu identifizieren und dem/der BenutzerIn über eine Anmerkung einen ersten Zugang zu biografischen Daten und Sekundärliteratur zu bieten. Trotzdem ist es wegen der oft widersprüchlichen oder falschen Angaben in der Literatur und in den Quellen möglich, dass sich der eine oder andere Fehler eingeschlichen hat. Das Staatsarchiv des Kantons Thurgau ist den BenutzerInnen des vorliegenden Bestands für entsprechende Hinweise dankbar.
Der Bestand wurde von Januar bis November 2000 von Manfred Spalinger bearbeitet. Die Bearbeitungszeit betrug rund 400 Stunden.

Direktübernahme von Provenienzstelle:ja
 

Inhalt und innere Ordnung

Bewertung und Kassation:Kassierte oder anderweitig platzierte Unterlagen

Kassierte Unterlagen

- 8'903, 3: Invalidenfreund, Monatsschrift, Nr. 4, Zürich, Mai 1931; Jahresbericht des Schweiz. Bundes für Naturschutz für das Jahr 1931; Anfrage des Zweigvereins Frauenfeld vom Roten Kreuz an die ThGG um Mitgliedschaft der ThGG beim Roten Kreuz, sowie Informationsblatt über das Rote Kreuz (beides o. J.); Informationsunterlagen und Anfrage um Mitgliedschaft der ThGG bei der Zentralstelle für soziale Literatur, Zürich, 9. Juli 1918; Informationsunterlagen der Schweiz. Stiftung zur Förderung von Gemeindestuben und Gemeindehäusern, 1918-1933; Informationsunterlagen der Schweiz. Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten, 1918; Informationsunterlagen und Rundschreiben des Heilpädagogischen Seminars, Zürich, 1924-1929; Informationsunterlagen und Rundschreiben der Genossenschaft für Schweiz. Heimarbeit, Zürich, 1911-1914; 2 Rundschreiben des Fachgruppenkomitees Soziale Arbeit der Schweiz. Landesausstellung, Filmkommission, 25. Okt. 1937; Informationsunterlagen und Rundschreiben der Stiftung Schweiz. Ferienheime "Für Mutter und Kind", Zürich, betr. das Erholungsheim "Sonnenhalde", Waldstatt, Mai 1933; mehrere Rundschreiben und Aufrufe der Schweiz. Kommission zur Bekämpfung der Unsittlichkeit, Zürich, und anderer Verbände betr. die Einführung eines schweiz. Strafgesetzbuches, 1911-1917; Gedruckte Blanko-Geburtstagsgratulation der SGG, Jan. 1925; mehrere Protokolle und Rundschreiben der SGG betr. die Unwetterschäden vom 21./22. Okt. 1834 in den Kantonen Uri, Graubünden, Tessin und Wallis (die Originale befinden sich im Archiv der SGG); Fragment eines Rundbriefdurchschlags der Zentralstelle der schweiz. Hilfsaktion für ungarische Kinder, Bern, ca. 1920.

Anderweitig platzierte Unterlagen

· 8'903, 3 in StATG 8'901, Thurg. Verband für Naturalverpflegung: Korrespondenz, Akten und Jahresberichte 1887-1942 des Thurg. Verbandes für Naturalverpflegung
· 8'903, 3 in StATG Zwischenarchiv: Schutzaufsichtsverein: Jahresberichte pro 1858-1945 (die Berichte über die Jahre 1862-1887, 1897-1900, 1905-1921, 1926-1929, 1931-1932 und 1943 fehlen)
· 8'903, 3 in StATG Handbibliothek: Herzog, J.: Das thurg. Sparkassewesen historisch-statistisch dargestellt, Zürich: Herzog, 1864; Organisation einer thurg. Leihanstalt für Handwerker und andere Gewerbeleute, Diessenhofen: Stephan, 1854
· 8'903, 7 in StATG A, Evang. Landeskirche des Kantons Thurgau: Thurg. Evang. Missionsverein: Jahresberichte 1880-1917; Protestantisch-kirchlicher Hilfsverein im Kanton Thurgau
· 8'903, 7 in StATG Zwischenarchiv: Thurg. Armenerziehungsverein, Jahresberichte 1883-1920; Thurg. Hilfsverein für Gemütskranke, Statuten und Jahresberichte 1892-1908; Statuten diverser lokaler karitativer und Krankenpflegevereine; Thurg. Tierschutzverein, Verhandlungen 1870-1872, Jahresberichte 1902-1931
· 8'903, 7 in StASG: Taubstummenanstalt und Sprachheilschule St. Gallen: Jahresberichte 1859/60-1945/46; Ostschweizerischer Blindenfürsorge-Verband, St. Gallen: Jahresberichte 1902-1916; Komitee des Schutzaufsichts-Vereins für entlassene Sträflinge, St. Gallen: Jahresbericht 1858

Aus anderen Beständen nach StATG 8'903 umplatzierte Unterlagen

· aus StATG 8'604: 8'903, 3/73, Heinrich, [?Joseph Anton]: Die Quellen der Verarmung unter dem Landvolke, Ms.
- aus KBTG, Doublettensammlung: 8'903,3/72, 3/213, 3/228 und 3/226
 

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:Depositum
Zugangsbestimmungen:Der Bestand steht der Benutzung im Rahmen der für das Staatsarchiv geltenden rechtlichen Grundlagen offen.
Die Dossiers 3/40, 3/41, 3/140 und 3/257-3/280 sind aus Gründen des Personenschutzes nur mit Bewilligung des Staatsarchivars einsehbar.

Zitiervorschlag: StATG 8'903'*, */*.
 

Sachverwandte Unterlagen:

Verwandte Verzeichnungseinheiten:Nachbarbestände
Neben den aufgeführten Nachbarbeständen sind auch die Unterlagen derjenigen Ämter und Institutionen zu konsultieren, die mit der ThGG in Beziehung standen!

- 3'40, Regierungsrat, Museum des Kantons Thurgau
- 4'730-4'732, Erziehung, Kantonsschule Frauenfeld
- 4'737-4'739, Erziehung, Seminar Kreuzlingen
- 4'790-4'791, Erziehung, Kantonsschule
- 4'841, Sanität, Kantonsspital Münsterlingen
- 4'848, Sanität, Thurgauisch-Schaffhausische Heilstätte Davos
- 4'895-4'899, Sanität, Kantonsspital und Irrenanstalt
- 4'94-4'95, Armenwesen
- 8'602, Johann Konrad Freyenmuth, Regierungsrat
- 8'603, Johann Konrad Kern, Regierungsrat
- 8'604, Johann Ludwig Sulzberger, Regierungsrat
- 8'606, Joachim Leonz Eder, Regenerationspolitiker
- 8'615, Johann Kaspar Mörikofer, Pfarrer
- 8'900, Thurgauischer Landwirtschaftlicher Verein
- 8'901, Thurgauischer Verband für Naturalverpflegung
- 8'918, Thurgauischer Gemeinnütziger Frauenverein
- 9'2, Arbeitserziehungsanstalt Kalchrain 1851-1980

- KBTG Y 392, Nachlass Johann Jakob Wehrli
- KBTG Y 393, Nachlass Johann Adam Pupikofer

- Archiv der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft, Schaffhauserstrasse 7, 8006 Zürich
- 4'0, Inneres und Volkswirtschaft, Weinbau
- 4'13, Inneres und Volkswirtschaft, Lehrlingswesen
- 4'14, Inneres und Volkswirtschaft, Hungerjahre
- 4'19, Inneres und Volkswirtschaft, Banken
- 4'69, Justiz und Fürsorge, Schutzaufsicht
Veröffentlichungen:Literatur

- [Christinger, Johann Jakob]: Bestrebungen und Taten der Gesellschaft zur Beförderung des Guten und Gemeinnützigen im Kanton Thurgau. Denkschrift auf das 50-jährige Jubiläum derselben. In: Verhandlungen der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Thurgau, Frauenfeld: Huber, 1871, S. 1-65.
- Dikenmann, U[lrich]: Die Praxis des thurgauischen Armenwesens, Frauenfeld: Huber, 1914.
- Düssli, Hans: Das Armenwesen des Kantons Thurgau seit 1803, Frauenfeld: Huber, 1948, S. 233-237.
- Etter, A[lbert]: Zur Erinnerung an den hundertjährigen Bestand der Thurgauischen Gemeinnützigen Gesellschaft. In: Jahresbericht der Direktionskommission der Thurgauischen Gemeinnützigen Gesellschaft pro 1919/1920 und 1920/1921, Frauenfeld: Huber, 1921, S. 28-40.
- Gossweiler, Hans: Aus der Geschichte der Thurgauischen Gemeinnützigen Gesellschaft. In: 150 Jahre Sonder-Schulheim Bernrain, 1843-1993, Kreuzlingen: 1993, S. 73-75.
- Hasenfratz, E[mil]: Thurgauische Gemeinnützige Gesellschaft. Ihre Schöpfungen und ihre Tätigkeiten mit besonderer Berücksichtigung des Zeitabschnittes von 1908 bis 1913, Frauenfeld: Huber, 1914.
- Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, 7 Bde., 1 Supplementsbd., Neuenburg, 1921-1934, zit. als HBLS.
- Lei, Hermann: Die sozialen Verhältnisse. In: Schoop, Albert (Hrsg.): Wirtschaftsgeschichte des Kantons Thurgau, Weinfelden: Thurg. Kantonalbank, 1971, S. 293-321.
- Leisi, Ernst: Hundert Jahre Thurgauische Kantonschule, 1853-1953. Festschrift im Auftrag des Thurgauischen Regierungsrates, Frauenfeld: Huber, 1953, zit. als Leisi.
- Müller, Ernst (Hrsg.): Der Thurgau in alten Ansichten. Druckgrafiken von 1500 bis um 1880, Frauenfeld: Huber, 1992, zit. als TiaA.
- Schatzmann, Margrit: Entwicklung und Aufgaben der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Thurgau, Zürich: Soziale Frauenschule, Dez. 1944, Ts. [= Dossier 7/54 des vorliegenden Bestands].
- Schoop, Albert W.: Geschichte der Thurgauer Miliz, Frauenfeld: Huber, 1948, zit. als Schoop, Miliz.
- Schoop, Albert: Geschichte des Kantons Thurgau, 3 Bde., 1 Registerbd., Frauenfeld: Huber, 1987-1994, zit. als Schoop, Thurgau.
- Sulzberger, H[uldreich] Gustav: Biographisches Verzeichnis der Geistlichen aller evangelischen Gemeinden des Kantons Thurgau von der frühesten Zeit bis in die Gegenwart, Frauenfeld: Huber, 1863, zit. als Sulzberger.
- Weinmann, Ernst: Das Seminar Kreuzlingen, 1833-1933. Festschrift zur Jahrhundertfeier, Kreuz-lingen: Bodan, [1933], zit. als Weinmann.
- Wuhrmann, Willy: Verzeichnis der evangelischen Pfarrer des Kantons Thurgau von 1863 bis 1936, Frauenfeld: Huber, 1936, zit. als Wuhrmann.

Vgl. i. S. Literatur auch 8'903, 7.

Links
(Stand: November 2000)

- Historisches Lexikon der Schweiz (zit. als HLS): www.hls.ch
- Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (zit. als SGG): www.sgg-ssup.ch
 

Usage

End of term of protection:12/31/1980
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