C Fideicommiss Zollikofer von Altenklingen, 1365 (ca.)- (Hauptabteilung)

Archive plan context

 

Identifikation

Signatur:C
Signatur Archivplan:C
Titel:Fideicommiss Zollikofer von Altenklingen
Entstehungszeitraum:from approx. 1365
Verzeichnungsstufe:Hauptabteilung
 

Umfang

Laufmeter:42.00
 

Kontext

Verwaltungsgeschichte:Die Ursprünge der Familie Zollikofer sind in Konstanz zu finden: Konrad Zollikofer (+ ca. 1443) ist noch Zunftmeister der dortigen Metzgerzunft. Aber bereits die nächste Generation lässt sich in St. Gallen nieder. Die Enkel Konrads, Sebastian "der Schwarze" (1444-1502) und Ludwig "der Rote" (1450-1514), begründen die "schwarze" (oder "Nengensbergische") bzw. die "rote" Linie der Zollikofer. Ludwigs des Roten jüngere Söhne Hans und Ludwig sind die Stammväter zweier weiterer Unterlinien, die nach den Namen der Enkel die "Walthersche" und die "Hektorsche" Linie genannt werden, während sein ältester Sohn Georg (1492-1539) wiederum vier Söhne hat: Laurenz (1519-1577), Georg (1525-1600), Leonhart (1529-1587) und Jos (1535-1617). Die Zollikofer kommen im Leinwandhandel zu Reichtum. Über ein besonders grosses Vermögen verfügt der als Ratsherr und Seckelmeister in St. Gallen hoch angesehene Leonhart Zollikofer. Weil er in zwei Ehen kinderlos bleibt, stiftet er mit Testament (02.09.1585) und Vertrag (30.04.1586) für sich, seinen Bruder Georg und die 6 männlichen Nachkommen Georgs sowie die 4 Söhne des bereits verstorbenen Bruders Laurenz ein Fideicommiss, in das die Einkünfte und Rechte der 1585 erworbenen Gerichtsherrschaft Altenklingen und die Güter des bereits 1564 gekauften Herrensitzes Pfauenmoos integriert sind. Der jüngste Bruder Jos, der sich die Gerichtsherrschaft Sonnenberg sichert, bleibt von der Erbschaft Leonhards und vom Fideicommiss ausgeschlossen und wird so der Vater einer weiteren Linie der Zollikofer, der sog. "Sonnenbergischen Linie". Das Fideicommiss umfasst also nur die Mannesstämme der Laurenz-Söhne Joachim (1547-1631), Laurenz (1552-1623), David (1563-1647) und Leonhart (1565-1637) sowie der Georg-Söhne Georg (1553-1612), Daniel (1663-1620), Niklaus (1568-1639), Tobias (1572-1637), Leonhart (1575-1631) und Kapar (1587-1653). Jeder männliche Zollikofer, der als legitimer Spross eines dieser zehn Stämme aus der Laurenzischen oder der Geörgischen Linie gilt, ist anteilsberechtigtes Mitglied des Fideicommisses. Erst im 20. Jahrhundert hat man die weiblichen Nachkommen erster Generation aus diesen zehn Stämmen den Männern rechtlich gleichgestellt.
Das Fideicommiss der Zollikofer von Altenklingen hat den Verlust der Gerichtsherrschaft Altenklingen, die Ablösung der Feudaleinkünfte, den Niedergang vieler wohltätiger Stiftungen und den Verkauf vieler Güter überdauert und versteht sich heute als auf der überkommenen Rechtsgrundlage begründete Familiengemeinschaft zur Pflege der Freundschaft und Tradition und zum Erhalt des Schlosses Altenklingen und seiner Kulturgüter. Aus den verbliebenen Gütern und Liegenschaften resultiert auch kein Gewinn mehr, der ausgeschüttet werden könnte, wie noch im 19. Jh. Vielmehr bedarf der Unterhalt der Liegenschaften heute des Zustupfs von Gönnerbeiträgen. Das Schloss Altenklingen bleibt aber im Sommerhalbjahr Ort der Begegnung der dort in den Ferien oder zu kürzeren Aufenthalten weilenden Zollikofer von Altenklingen, die innerhalb der mehrfach revidierten Statuten ihr Fideicommiss weiterhin durch einen von einer Familiensession gewählten Familienrat verwalten, an dessen Spitze ein Präsident steht. Aus dieser "Vereinstätigkeit" und aus der Verwaltung der Pachtgüter in unmittelbarer Nachbarschaft des Schlosses resultiert immer noch eine ansehnliche Schriftlichkeit, die von der Familienaktuarin betreut wird.
Vgl. die Verwaltungsgeschichte in der Verzeichnungseinheit C 0.
Bestandsgeschichte:Neben dem 1987 und in einigen kleineren Nachlieferungen bis 2005 im StATG deponierten älteren Bestand des Archivs der Zollikofer von Altenklingen (vgl. Bestandesgeschichte in der Verzeichnungseinheit C 0), ist im Zwischenarchiv des StATG eine jüngere Sammlung von Belegen und Geschäftskorrespondenz ab 1904 bis 1973 deponiert, die - eine entsprechende Übereinkunft vorausgesetzt - dereinst zusammen mit einer weiteren Ablieferung aus dem lebenden Archiv der Familienstiftung in einem künftigen Bestand C 1 erschlossen wird.
Direktübernahme von Provenienzstelle:vgl. untergeordnete Verzeichnungseinheit C 0.
 

Inhalt und innere Ordnung

Neuzugänge:16.08.2006 und 22.08.2006 wurden nach Abschluss der Erschliessungsarbeiten 13 weitere Dokumente aus der Zeit zwischen 1710 und 1794 und ein kleinformatiges Kopialbuch aus dem frühen 18. Jh. abgeliefert und in einem detaillierten Ablieferungsprotokoll erschlossen (Amtsablage).
 

Zugangs- und Benutzungsbedingungen:

Rechtsstatus:vgl. untergeordnete Verzeichnungseinheit C 0.
 

Sachverwandte Unterlagen:

Veröffentlichungen:vgl. untergeordnete Verzeichnungseinheit C 0.
 

Usage

End of term of protection:1/1/1395
Permission required:Keine
Physical Usability:uneingeschränkt
Accessibility:Oeffentlich
 

URL for this unit of description

URL:http://query-staatsarchiv.tg.ch/detail.aspx?ID=60238
 
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